Gegenkonditionierung

Bei Angst- und und besonders bei Aggressionsproblemen herrscht immer noch die Meinung, dass der Hund erst einmal gezeigt bekommen müsste, wer hier der Chef im Haushalt ist. Das mag vorübergehend vielleicht die Symptomatik unterdrücken - das Problem wird dadurch allerdings nicht weniger und tritt aller Wahrscheinlichkeit später dafür um so heftiger auf (Spontanerholung resp. Löschungstrotz).

Gegenkonditionierung mittels Futter

Siehe hierzu die Recherchen von Neil Grunberg und Richard Straub über verschiedene Verhaltensweisen bei Stresssituationen und Nahrung geben. NE GRUNBERG, RO STRAUB: The role of gender and taste class in the effects of stress on eating 1992:

Stress und Nahrung (Leckerli)

Zwei Gruppen von Menschen bekommen dieselben Sequenzen, Szenen aus einem spannungsgeladenen stressigen Film vorgespielt. Die eine Gruppe erhält verschiedene Nahrungsmittel während die andere Gruppe nichts bekommt. Sobald die Spannung steigt erkennt man verschiedene Reaktionen innerhalb den beiden Gruppen.

  • Zu Beginn, die Szenen sind noch neutral, reagieren die beiden Gruppen in etwa gleich.
  • Die Spannung steigt, die Gruppe mit den "Leckerlis" beschleunigt ihren Konsum. Die Gruppe ohne Leckerlis fixiert den Bildschirm.
  • Die Spannung steigt weiter. Die Gruppe mit Leckerlis bremst ihren Konsum und fixiert den Bildschirm, die "ohne" beginnt nervöse kontrollierte Bewegungen zu machen. Kreuzen die Beine, fahren sich mit den Fingern durch die Haare, beißen sich auf die Lippen, oder reiben sich die Hände etc. ...
  • Die Spannung endet in einer Schockszene. Die Gruppe mit Leckerlis vergißt zu essen und benimmt sich wie die Gruppe "ohne" vorher, kreuzen die Beine etc. ... Die "ohne" zeigt heftige unkontrollierte Reaktionen: Schreien, nervöses Lachen oder macht heftige Gesten.

Die nächste Etappe: Dieselben Szenen wurden den zwei Gruppen nochmals gezeigt, aber keine der beiden Gruppen erhielt dieses Mal Nahrung (Leckerli). Die Gruppe, welche das 1. Mal ohne Leckerli den Film gesehen hat, reagiert schon mit heftigen Reaktion bevor die Schockszene kommt. Die andere Gruppe welche das 1.Mal Leckerlis hatte, reagiert überraschender Weise viel später als sie dies das 1.Mal tat.

Indem man dem Gehirn bei aufregenden Situationen zeitgleich eine angenehme Beschäftigung bietet, wird verhindert, dass die negativen Emotionen die Kontrolle übernehmen. Diese Technik, die negative Emotion zu kontrollieren, hat sich als sehr effizient bei Angst- und Aggressionsproblemen bei Hunden herausgestellt. Sie ist weder eine Belohnung, Ablenkung, Bestechung oder Bezahlung, sondern sie wirkt eher beruhigend, die Leckerlis sind sozusagen starke "Beruhigungspillen".

Eines darf man nicht vergessen: Diese Arbeitsweise ist nur ein Baustein in einem Umlernprozess. Ist der Hund wieder ruhig, muss man ihm das gewünschte Verhalten wenn möglich wieder Lehren und/oder ein Alternativverhalten.

Mit der klassischen Gegenkonditionierung (*) unterbricht man auf eine positive Art die zu hohe Erregbarkeit des Hundes. Es gibt also auch bei Aggressionsprobleme keinen Grund mehr zu behaupten, man könne die Erregbarkeit des Hundes nur auf eine negative Art kontrollieren und abstellen.

Strafen löst unangenehme Gefühle aus. Das Ziel ist, das aggressive Verhalten zum Verschwinden zu bringen. Seit 1930 weiß man, dass unangenehme Gefühle wenig bis überhaupt keinen Einfluss auf das Verschwinden von bestimmten Verhalten haben. Ed. C. Tolman (1886-1959).

(* James O'Heare, Aggressionsverhalten des Hundes): Es besteht ein Zusammenhang zwischen emotionalen Reaktionen und klassischer Konditionierung. Hunde können eine Reihe verschiedener Reize mit anderen als unangenehm erlebten Reizen verknüpfen. Um eine solche emotionale Reaktion zu verändern, muss der Hund lernen, den gefürchteten Reiz mit einer angenehmen, statt einer unangenehmen Emotion zu verbinden.

(Quelle: Muppen ABC)

 

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